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Was du in Marrakesch essen musst

Marrakesch mit seinem schmackhaften Street Food, farbenfrohen Gewürzen und tollen Geschmackskombinationen lässt das Foodie-Herz höher schlagen. Seit eine Freundin mir vor ein paar Jahren das Kochbuch von Paula Wolfert geschenkt hatte, stand bei mir eine Pilgerreise ins Mutterland von Ras El Hanout (einer wunderbaren Gewürzmischung) und Hühnchen-Bastilla auf der Wunschliste.

Und die kulinarische Reise nach Marrakesch war wahrhaftig ein Traum! Über fünf Tage schlemmten Carmen Hillebrand vom Foodblog Tanz auf der Tomate und ich uns durch Marokkos alte Kaiserstadt. Traditionelle Linsensuppe zum Frühstück in einem der kleinen Stände am Straßenrand. Geröstetes Lamm aus dem Erdofen. Orangen frisch vom Baum…

Wer eine Foodtour nach Marrakesch plant sollte vor allem spontan sein und sich treiben lassen. Euch lacht am Wegesrand etwas an? Reinbeißen! Im historischen Marktlabyrinth stolpert ihr über einen kleinen Stand mit drei Tischen und frisch gemachter Tangine? Hinsetzen und genießen! Und am besten sofort und ohne Umschweife, denn es ist durchaus möglich, dass der Stand am Rückweg nicht mehr da ist. Das ist uns mehrmals passiert: wo eine ältere Frau in der Früh noch traditionelle Teigfladen buk, standen zu Mittag plötzlich drei junge Herren und grillten Fleischspieße. Eigentlich ja eine tolle Sache, wenn sich mehrerer Anbieter einen Stand im Turnus teilen. Aber daher gilt eben auch: Was du heute kannst besorgen, ahem, essen, das verschiebe nicht auf morgen!

Street Food Leckereien, die ihr bei einer Marokko Reise unbedingt probieren solltet:

Sfenji: Fluffig und nicht zu süßes Brandteiggebäck. Marokkanische Donuts. Ein leckerer Snack auf die Hand, den es auch als Portion von Minis gibt. Der Donut wird dann mit Zucker bestreut. Ich persönlich mochte die Minis – bieten sie doch proportional mehr kross fritierte Außenhülle. Und fritierter Teig ist immer gut.

Sfenji – Marokkanische Donuts

Harcha: Kleine runde Weizenbrote, die teilweise auch mit Maismehl hergestellt werden. Man findet sie auch gefüllt mit Fleisch.

Msemmen: Irgendwie ein Crepe, irgendwie aber doch eher ein Filo-Teig. Der Teig wird gezogen, bis er ganz dünn ist, dann gefaltet und schlussendlich auf einer Grillplatte mit Hilfe von etwas Fett gebacken. Ein toller Snack!

Shawarma: An jeder Straßenecke werden verschiedene Fleischstücke über Kohle gegrillt und dann mit Schwung auf einem Stück Papier serviert. Auch Sardinen frisch vom Grill findet man häufig.

Shawarma am Markt

Mechoui: Für Mechoui wird das ganze Lamm wird in einem Erdloch oder Lehmofen über lange Zeit gegart und mit kleinen Schälchen mit Salz und Kreuzkümmel serviert, so dass ihr das Fleisch ganz nach eurem Geschmack würzen könnt. Das obligatorische Brot dient natürlich auch hier dazu, die Köstlichkeit in den Mund zu bekommen . Einfach reinhauen, denn es schmeckt großartig. Die Stände lassen sich leicht erkennen, an den ausgestellten Tontöpfen und Lammköpfen

Tanjia: Langsam geschmortes Lammfleisch, das in Tontöpfen gegart wird, unter Zugabe von in Salz eingelegten Zitronen, Knoblauch, Kreuzkümmel und Safran. Tanija ist eine Spezialität von Marrakesch. Wenn ihr also die besagten Tontöpfe ausgestellt seht an einem kleinen Restaurant oder Garküche – anhalten und bestellen!

Tanjia wird in Tontöpfen gegart

Harira: Eine aromatische Suppe aus Linsen und Kichererbsen. Man findet sie meist nur bis 11 Uhr, denn sie wird typischerweise zum Frühstück gegessen. Voller Proteinen ein toller Start in den Tag! Wir haben unserer Harira (endlich!) auf den letzten Drücker gegessen, an unserem letzten Tag, kurz bevor der Shuttle zum Flughafen ging. Ein schöner letzter Eindruck, denn der Besitzer des kleinen Stands freute sich sichtlich, dass wir so viel Spaß an seiner Suppe hatten. Obwohl, wie wir dann lernten, wurde sie ja eigentlich von seiner Frau zubereitet, nach altem Familienrezept.

Marokkanischer Tee: Irgendwie weiß man, dass in der arabischen Welt süßer Minztee in wunderschön-kitschigen Teegläsern gereicht wird. Aber für mich total neu und spannend war zu lernen, dass der Tee erstmal nicht nur Minze ist, sondern die Basis Grüntee ist. Und das Minze nur eines von vielen aromatischen Kräutern ist, die mit dem grünen Tee aufgebrüht werden. Die lange Liste umfasst zum Beispiel auch Salbei, Thymian und Absinth. Je kälter die Jahreszeit, desto mehr Kräuter im Tee. Und so schmeckt der Tee – der obligatorisch selbst in jedem Street Food Stand gereicht wird – immer anders. Spannend!

Um die eigenen Street Food Entdeckungen zu ergänzen – uns sollte ja keine Erfahrung des kulinarischen Marokkos entgehen – hatten wir eine Markttour auf dem Land und einen Kochkurs in Marrakesch gebucht.

Was soll ich sagen: die Markttour mit Marrakech Food Tours war der Knaller. Das absolute Highlight des Trips. Nach einem tollen typischen Frühstück (Fladenbrot mit einer Auswahl von Butter, Honig, Arganöl, Olivenöl und Amlou – einer Creme aus Mandeln, Honig und Arganöl-, sowie ein Omelette mit getrocknetem Hammelfleisch) ging es in eine kleine Ortschaft vor Marrakech. Dort findet jeden Samstag ein Wochenmarkt statt, bei dem es von Vieh zu Obst und Gemüse zu Kamelfleisch zu Olivenöl alles gibt. Spannend vor allem: die Garküchen, die gar keine eigenen Gerichte verkaufen, sondern sich darauf spezialisiert haben, die Einkäufe der Besucher frisch zuzubereiten. Du kaufst also dein Fleisch bei den netten Metzgern und der Besitzer der Garküche hat für dich Spieße, ein Feuer, einen Tisch und Stühle – und ein Glas Tee. Selbst Tangines kann man mieten, und dort vor Ort zubereiten lassen aus den frisch gekauften Zutaten: Gemüse, Fisch, Fleisch und natürlich Gewürze. Ein großer Spaß und sehr lecker! Die Rural Market Tour also unbedingt einplanen bei einem Besuch in Marrakech. Amanda, die mit ihrem Mann Youssuf Marrakech Food Tours leitet, bloggt übrigens auch viele spannende Einblicke in das Leben in Marokko als MarocMama.

Markt der Metzger mit dem Rauch der Garküchen im Hintergrund

Unser Kochkurs mit Souk Cusine war nett, aber ganz klar nichts für jemanden, der tiefer in die marokkanische Küche einsteigen will. Der Kurs begann mit einer Einkaufstour durch die Märkte der historischen Medina – lustig vor allem, weil wir selber die Einkäufe tätigen sollten und die Verhandlungen mit Händen, Füßen und Brocken von Schulfranzösisch geführt wurden. Mit den Einkäufen ging es dann in ein ganz bezauberndes altes Riad, das nun als Kochschule dient. Dort wurden wir von drei marokkanischen Mamas unter die Fittiche genommen und angeleitet zwölf verschiedenen Gerichte für das gemeinsame Mittagessen zu kochen. Ein besonderer Moment war der gemeinsame Gang zum Bäcker der Viertels, um dort die vorbereiteten Bleche von Sardinen und Kekse abzugeben, wo sie für uns in einem riesigen Ofen zubereitet wurden. Da die Wohnungen oft keine adäquaten Öfen haben, bringen die Familien alles hierhin zum zentralen Backen. Beim Brot angefangen.

Marokkanische Salate

Leider erfüllte der Kurs dann aber doch nicht meine – zugegeben hohen – Erwartungen : die Gruppe war 17 Leute stark, so dass jeder von uns gerade mal Einblick in ein Rezept gewinnen konnte, und das auch nicht komplett. Auch gab es keine Erklärungen zur Herkunft von Zutaten oder den Geschichten hinter den Rezepten. Dabei sind gerade das die Informationen, die einem die Küche und deren Kultur näher bringt. Zwiebeln schneiden und Rezepten folgen konnte ich ja nun schon vor diesem Kurs. Wer nicht viel kocht, mit einer größeren Gruppe unterwegs ist und einfach gemeinsam kochen will, wird hier perfekt aufgehoben sein. Für jemanden, der mehr über Hintergründe lernen will und tatsächlich verschiedene Rezepte zubereiten, dem empfehle ich einen Kurs in einer Kleingruppe.

Das ist doch noch ein Grund, Marokko bald wieder zu besuchen!

Und wer jetzt Hunger auf Marokko bekommen hat, dem empfehle ich das Kochbuch von Paula Wolfert. Erhältlich hier bei Amazon (auf Englisch).

Deine kleine Farm – auf dem Fensterbrett

Abends durch den Gemüsegarten schlendern, hier eine duftende Tomate pflücken, dort einen knackigen Salat ernten. Eine vorwitzige Gurke lugt durch Blattwerk und landet auch im schön geflochtenen Erntekorb…. Eine solch romantische Vorstellung vom eigenen Garten ist für die meisten Städter unter uns Illusion. Realistischer sind ein paar Meter Fensterbrett und wenn’s hoch kommt einige Ecken Balkon ist alles, was uns zum Urban Gardening zur Verfügung steht. Doch nun die gute Nachricht: das reicht zum Eigenanbau für den abendlichen Salat.

Kräuter gehen natürlich immer, aber mein Tipp: suche dir Pflanzen aus, die einen relativ hohen Ertrag auf kleiner Fläche haben und die du regelmäßig verwendest. Da macht im Zweifel nicht jedes Küchenkraut Sinn. Stattdessen empfehle ich verschiedene Blattsalate. Die kannst du einfach in einen langen Blumenkasten pflanzen auf dem Fensterbrett. Und abends für deinen Salat regelmäßig ein paar Blätter pflücken.

Wichtig dabei, nicht den ganzen Salatkopf zu ernten. Das sind wir zwar aus dem Supermarkt gewohnt, aber die Pflanze wächst ganz super weiter, wenn du einfach die äußeren größeren Blätter abknipst. Und wächst und wächst… Je nach Temperatur kannst du dich so sechs bis acht Wochen lang über Salat aus Eigenanbau freuen. Schmeckt gleich viel besser als gekauft. Und das hat nicht nur psychologische Gründe („hab ich ganz alleine…“), sondern auf dem kurzen Weg vom Fensterbrett in die Salatschüssel bleibt der geballte Geschmack einfach erhalten.

Du hast mehr Platz auf dem Fensterbrett? Radieschen sind auch eine feine Sache: pro Blumenkasten kannst du zwei Reihen Radieschen aussähen, mit einem Abstand von ca. sechs Zentimetern. Nach nur 30 Tagen sind sie fertig. Ich ernte gerne ein-zwei Radieschen für die jeweilige Mahlzeit und sähe im selben Moment schon wieder das Saatgut für die nächste Runde. Denn ich kann von den knackig scharfen Knollen nicht genug kriegen. Und dabei nicht vergessen: die Radieschenblätter sind lecker essbar!

Kochbuch „Deutschland vegetarisch“ von Stevan Paul

„Ugh, wo ist mein Fleisch“ – auch wenn ihr das jetzt denkt, bitte trotzdem weiterlesen. Denn dieses Kochbuch feiert regionale, deftige Hausmannskost, bei der man Fleisch und Fisch gar nicht vermisst. Was vermutlich auch an den Unmengen Butter, Sahne und Eiern liegt, die hier Verwendung finden.

Der Autor, Stevan Paul, ist ein Hansdampf in allen Küchen, wenn man so sagen darf. Der gelernte Koch, der seit 2000 auch bloggt als nutriculinary.com, ist Kochbuchautor, Restaurantkritiker für die Süddeutsche Zeitung und hat 2016 seinen ersten Roman veröffentlicht: „Der große Glander“. Da geht’s natürlich auch ums Essen – und um Food-Art.

Sein Kochbuch „Deutschland vegetarisch“ ist ein Kompendium mit 145 regionalen Klassikern der deutschen Küche. Von den meisten hatte ich noch nie vorher gehört, da will ich ganz ehrlich sein. „Der große Hans“ zum Beispiel? Ein gedämpfter Kuchen aus Norddeutschland, der mit einem Kompott aus getrocknetem Obst und Senfsauce serviert wird. „Grumbeerwaffele“? Eine Kartoffelwaffel aus Rheinland-Pfalz. Lecker mit Pilzen und schmeckt auch kalt super. Lassen sich übrigens auch ganz schnell im Toaster aufbacken. Die Reste machten sich am nächsten Tag gut mit einem Salat im Büro.

Das Buch nimmt einem mit über das Jahr, vom Frühling bis zum Winter. Saisonale Rezepte: Wie ich finde, ein hilfreicher Aufbau. Wie koche ich Spargel mal neu? Kapitel „Frühling“ to the rescue! Das Spargelrezept mit Hollandaise von Bärlauch ist übrigens seit letztem Jahr mein go-to. Yes, it is that good!

Mein Fazit, nachdem ich mich jetzt über ein Jahr durch dieses Kochbuch gekocht habe (auch wenn ich noch lange nicht alle Rezepte ausprobiert habe)

Deutsche Küche ist Vielfalt: Viele neue Ideen durch regionale Rezepte aus ganz Deutschland. Da sag noch mal einer, traditionelle deutsche Küche beschränke sich auf Currywurst und Haxen!

Saisonal und regional: Fokus auf saisonale Rezepte ist super für alle, die mit den Jahreszeiten kochen wollen und sich beim Besuch auf dem Bauernmark gefragt haben, was sie denn mit Stielmus eigentlich machen sollen.

Übersichtliche Zutatenliste: Keine ausgefallene Zutaten, die man nur für ein Gericht kaufen muss, und die dann im Vorratsschrank verstauben. Sehr gut!

Bier oder Wein: Jedes Rezept hat mindestens eine Getränkeempfehlung. Finde ich einen super Service für alle, die keine Experten sind bei Getränkepairings.

Viel Butter & Sahne: Nix für Menschen, die leichte Gemüseküche suchen.

Eile mit Weile: Besonders im Winter, wenn die eingelagerten Gemüse gepimpt werden müssen, sind die Rezepte zeitintensiv. Zeitangaben wären da hilfreich gewesen. Daher auch nur bedingt für absolute Anfänger in der Küche geeignet.

Kochbuch kaufen? Könnt ihr zum Beispiel hier.