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LeeGreene

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Die ultimativen Rezepte für selbstgemachtes Popcorn

Du willst süßes Popcorn selber machen? Oder doch lieber salziges Popcorn? Egal, wie du knuspern willst, wir haben großartige Nachrichten: dafür brauchst du keine Popcorn-Maschine! Du kannst Popcorn im Topf und im Handumdrehen selber machen. Gerade mal fünf Minuten dauert die Zubereitung. Sogar mit ganz fancy flavors, abgestimmt auf deinen ganz persönlichen Geschmack – da können die ganzen Tütchen aus dem Supermarkt einpacken.

Unsere liebsten Rezepte für selbst gemachtes Popcorn:

  1. Kreuzkümmel, Cayenne & Salz (oder Zucker)
  2. Rosmarin, schwarzer Pfeffer und Parmesan (und Salz)
  3. Curry und Zucker (Madras, Masala… was immer euer favorite ist)

Auf den richtigen Mais kommt es an
Zuallererst und ganz wichtig: kauft euch ordentlichen Popcorn-Mais! Der in Deutschland üblicherweise erhältliche Popcorn-Mais ist fürchterlich groß und dick. Das hat zwei Nachteile: es dauert, bis er heiß genug ist – und verbrennt dann schon gerne mal, wenn man nicht wie der Teufel aufpasst und eine sehr intime Beziehung mit seinem Herd hat. Außerdem ist die Schale von diesem Popcorn-Mais sehr dick und hart: die steckt einem dann gerne zwischen den Zähnen oder liegt schwer im Magen. Daher lieber Popcorn aus Ur-Mais! Der Mais ist viel kleiner, und meist auch schmackhafter (warum alte Sorten oft besser schmecken könnt ihr hier am Beispiel von Tomaten lesen). Man findet ihn in verschiedenen Farben, und sicherlich haben die verschiedenen Farben auch verschiedene Geschmacksnuancen, aber wir wollen die Popcorn-Kirche mal im Dorf lassen.

Unser Test bei den üblichen Supermarkt-Ketten hat leider ergeben, dass Popcorn-Mais im Einzelhandel generell dünn gesät ist. Den Popcorn-Mais, den man findet (meist in Bio-Supermärkten und Reformhäusern), ist dann eben der doch recht große Industriemais, den wir euch wie eigentlich nicht empfehlen mögen. Aber, nicht verzagen: wir sind online fündig geworden. Natürlich haben wir das Opfer gebracht und die Qualität von ZaraMama selber getestet: Kann man definitiv machen. Ihr findet den Shop bei Amazon. Und eine weitere frohe Kunde für alle Popcorn-Fans: das Bonner Food Start-Up True Popcorn bietet bereits Ready-to-Eat Popcorn aus Ur-Mais an. Und sie wollen dieses Jahr so richtig aufdrehen, und ab Herbst 2018 ihren Ur-Mais auch ungepoppt anbieten.

Und so geht’s
Einfach einen soliden Topf mit Deckel nehmen. Mit ordentlich Öl den Topfboden bedecken (dass ein Esslöffel Öl im Topf hin-und herschwappt). Welches Öl, das ist eurem Geschmack überlassen. Sonnenblumenöl passt immer, aber auch Olivenöl gibt eine schöne zusätzliche Note (auch bei süßem Popcorn). Wer Sesamöl hat: das macht sich super zu einem Popcorn mit Curry. Beim Popcorn gilt wie bei allen Rezepten: es geht, was euch schmeckt!

Den Popcorn-Mais ebenfalls in den Topf geben. Faustregel: wenn man bei normalen Kocht¨öpfen den Boden locker bedeckt, füllt sich der Topf bis zum Deckel mit Popcorn!

Topf auf den Herd stellen, Deckel drauf und auf die höchste Stufe drehen. Nach 30 Sekunden Topf einmal hochheben und durchschütteln (so verhinderst du, dass das Popcorn anbrennt). Das Spiel wiederholen, bis du das vielversprechende „POP“ aus dem Topf hörst. Sofort die Temperatur runterstellen auf 3-4 (oder was bei dir das untere Mittelfeld der verfügbaren Temperaturen ist). Weiter im 30 Sek Takt einmal durchschütteln, bis das Geräusch vom poppenden Mais deutlich abnimmt. Herd ausstellen und nochmal 30 Sekunden warten. Dann deine gewünschten Toppings drauf und vorsichtig vermischen. Fertig!

Bei den Toppings gilt wie immer: es geht, was euch Spaß macht. Je frischer die Gewürze, um so weniger braucht ihr davon, da die ätherischen Öle noch richtig Power haben. Daher den Rosmarin gerne auch frisch und klein gehackt.

Mit Popcorn könnt ihr übrigens auch vielen Gerichten Gerichten etwas crunch geben. Curry-Popcorn passt z.B. auf super auf Kürbissuppe, oder ist auch unschlagbar auf Eiscreme. Ihr wisst ja: beim perfekten Bissen kommt es auf die Kontraste an!

 

Drei überraschende Zeichen für leckere Tomaten

Sie räkeln sich verführerisch rot, glatt und prall in dem sanften Licht der Gemüseabteilung: Tomaten. Beim genussvollen Reinbeißen kommt dann aber häufig das traurige Erwachen: die Dinger erweisen sich als doch mehr oder weniger geschmacksneutral. Oder „Außen hui, innen pfui“, wie meine Oma immer so schön gesagt hat. Warum schmecken Tomaten wässrig, im besten Fall mal sauer, oder ganz deutlich gefragt: Warum schmecken Tomaten nicht?

Nun lässt sich über Geschmack bekanntlich streiten, und sicherlich haben wir uns an den traurigen Standard von Tomaten gewöhnt, der uns hier so angeboten wird. Aber es geht besser, denn es gibt sie noch: Tomaten die nach Sonne und Süße duften, die genauso schmecken, und die sich am wohlsten fühlen mit nichts außer einer Prise Salz und vielleicht einem kleinen Tropfen Olivenöl.

Diese Tomaten haben oft drei Dinge gemeinsam: sie sehen knubbelig und verschrubbelt aus, sie haben Narben und Kratzer, und oben um den Strunk sind grüne Flecken. Ja, so erkennt man tatsächlich gute Tomaten: Früchte von alten Tomatensorten, um genau zu sein.

  1. Die unregelmäßige Form – wie ihr sie vielleicht z.B. durch Ochsenherztomaten kennt – ist ein ziemlich eindeutiges Zeichen, das es sich um eine alte Tomatensorte handelt, denn die Uniformität der heutigen Tomaten haben wir der Industrialisierung der Landwirtschaft so ab 1945 zu verdanken. Tomaten sollten einfach zu ernten sein – am besten durch eine mechanische Erntemaschine, schnell zu verpacken in standardisierten Boxen. Gleichmäßige Form kam da sehr gelegen, also züchtete man gleichmäßig runde Tomaten.
  2. Die Narben – verheilte Verletzungen und Kratzer der Haut – weisen auf eine alte Sorte hin, denn auch die Haut der Tomaten wurde dicker gezüchtet, um die mechanische Ernte und die Transportfähigkeit zu erhöhen. Der Ursprung der Verletzungen liegt meist ganz einfach darin, dass die Tomate zum Beispiel bei Regen in kurzer Zeit sehr viel Wasser aufgesogen hat, so dass die Haut aufgeplatzt ist. Es handelt sich also nicht um eine wilde Tomatenkrankheit, sondern irgendwie um ein Qualitätsmerkmal. Sie sehen vielleicht auf den ersten Blick etwas merkwürdig aus, aber sind – entgegen unserem ersten Instinkt – kein Zeichen für eine schlechte Tomate. Im Gegenteil. Diese Tomaten sind oft richtig große Fleischtomaten, ganz toll für Tomaten und Mozzarella, oder auch gefüllt.
  3. Die grünen Flecken – Wenn wir wie im Foto zu diesem Artikel grüne „Schultern“ auf einer Tomate sehen, ist unser erster Gedanke: „Nicht genießbar“. Richtig? Stimmt so aber nicht. Diese grünen Flecken sind paradoxerweise ein Zeichen für süße Tomaten. Sie sind ein Hinweis auf die Chloroplasten, in denen die Photosynthese stattfindet. Also Sonne in Zucker verwandelt wird. Grüne Schultern helfen also, dass die Tomaten süßer sind und mehr Geschmack haben. Aber nun sind sie weg, die grünen Schultern. Auch hier hat die Finger ihre Züchtung im Spiel: in den 30er Jahren wurde eine Tomate entdeckt, die durch eine Mutation gleichmäßig rot gereift war. Das sah erstmal gut aus und schien erstrebenswert, und so begann die professionelle Züchtung uniform roter Tomaten. Was damit verloren ging, war irgendwie nicht klar.

Die Tomaten, die wir heute in den Supermärkten der Welt bekommen, sind also mit viel Aufwand gezüchtet für gleichmäßige Reifung, mechanische Ernte, Lagerfähigkeit. Dazu kommen dann noch andere Züchtungsziele der industriellen Landwirtschaft: Tomaten, die alle gleichzeitig „erntereif“ werden (sonst bringt ja die mechanische Erne nix). Tomate, die unreif geerntet werden können, und dann gleichmäßig nachreifen auf dem Weg vom Feld in die Supermärkte. Was bei dem ganzen Züchtungsaufwand leider verloren gegangen ist: der Geschmack. Tja. Warum essen wir denn eigentlich Tomaten, wenn nicht für den Geschmack?

Also, greift zu, wenn ihr alte Tomatensorten am Bauernmarkt oder im Laden seht! Oder stellt euch selbst ein paar Kübel mit Tomatenpflanzen auf den Balkon. Es gibt sie in gelb, grün, orange und allen Rottönen die man sich so vorstellen kann, gestreift und getigert. Und mit tollen Namen wie Tigerella, Grünes Zebra, Purple Cherokee oder auch Blondköpfchen. Im oberen Bild zu diesem Artikel seht ihr einen Schwarzen Prinzen oder auch Russischen Prinzen. Es ist eine dunkelrote, fast lila-schwarze Tomate, die aus Russland stammt, daher der Name.

Und das Schöne an der Vielfalt: sie schmecken tatsächlich alle etwas anders. Einfach durchprobieren, um euren Liebling zu entdecken. Meine liebsten Tomatenrezepte mit Wow-Effekt findet ihr hier.

Coffee at home: Die drei besten Methoden

Coffee to go hat’s ja überall, aber tatsächlich konsumieren wir Deutschen den größten Teil der 162 Liter Kaffee, die wir so durchschnittlich pro Nase im Jahr trinken, zu Hause. Die Methoden und Gadgets zur Kaffeezubereitung sind schier unendlich, aber es braucht kein teures Equipment, um einen richtig guten Kaffee in den eigenen vier Wänden zu bereiten. Die drei Klassiker Filterkaffee, French Press oder Espressokanne sind einfach zu handhaben, günstig anzuschaffen und machen optimalen Kaffee. Wenn man ein paar Regeln beachtet:

The Science behind
Wasser löst die Aromen und das Koffein aus dem Kaffeepulver. Ob der Kaffee dann eher mit feinen Aromen daherkommt, oder vollmundig und kräftig, hat hauptsächlich mit drei Faktoren zu tun:

  1. Temperatur: je heißer das Wasser, desto mehr wird das Koffein herausgelöst, und desto vollmundiger schmeckt der Kaffee: je nach Bohne und Röstung sind hier die Assoziationen häufig Schokolade oder Nuss. Feine fruchtige und blumige Nuancen geraten dann in den Hintergrund.
  2. Dauer: Gleiches passiert, je länger das Kaffeepulver im Kontakt mit dem Wasser ist. Zieht der Kaffee eine lange Zeit, ist er deutlich kräftiger. Aber Achtung: wenn er zu lange extrahiert, wird der Kaffee bitter.
  3. Mahlgrad: Je feiner das Kaffeepulver gemahlen ist, desto kräftiger schmeckt der Kaffee.

Soviel zu den Grundlagen. Was bedeutet das also für unseren Coffee at home?

In der Kaffeemaschine

Ob Handfilter oder Kaffeemaschine, der Prozess ist der gleiche: Das Wasser der gewünschten Temperatur trifft auf das Kaffeepulver und läuft relativ schnell durch Selbiges hindurch. Also relativ kurzer Kontakt zum Kaffeepulver und wenig Extraktion. Kaffeepulver im Supermarkt ist meist für diese Art der Zubereitung gemahlen, und eher auf der feinen Seite. Außerdem ist der Filter halt ein, naja, Filter: die ätherischen Öle des Kaffees schaffen es daher nicht in die Tasse. Das bedeutet, wir haben hier grundsätzlich einen Kaffee, der vielschichtiger ist und die verschiedenen Nuancen des Kaffees zum Vorschein bringt. Ein Schmeichler.

Tricks zur Zubereitung: Empfohlen wird von Kaffeeexperten eine Temperatur von 90 Grad. Das heißt: wenn der Wasserkocher abspringt, erstmal in Ruhe bis 30 zählen. Zu Beginn das Kaffeepulver einmal übergießen und für 30 Sekunden aufquellen lassen. Erst dann den „richtigen“ Brühvorgang starten. Der Vorteil: das Kaffeepulver wird gleichmäßiger extrahiert, weil sichergestellt ist, dass das Wasser das gesamte Pulver erreicht.

Alles, was man hierfür braucht ist ein Handfilter und ein paar Filtertüten – gibt’s mittlerweile auch aus Baumwolle. Save the trees und so.

In der French Press
In der French Press hat das Wasser den direkten und vollen Körperkontakt mit dem Kaffeepulver. Volle Extraktion voraus, sozusagen. Also wird ein Kaffee aus der French Press in der Regel etwas wuchtiger schmecken als ein Filterkaffee. Auch kann man hier wunderbar mit der Extraktionszeit spielen, denn sobald der Stempel der French Press runtergedrückt wird, endet die Extraktionszeit, bzw. die Extraktion reduziert sich auf ein Minimum. Probiert aus, testet, extrahiert was euer Herz begehrt, bis ihr euren Lieblingskaffee habt!

Durch diesen Trick sind die anderen beiden „Manipulatoren“ gar nicht so wichtig, aber sicher kann man auch hier mit Mahlgrad und Temperatur ein wenig spielen. Grundsätzlich gilt aber: der klassische Mahlgrad hier ist gröber und dem Sieb der French Press angepasst. Wer einen feineren Mahlgrad wählt, wird vermutlich Kaffeesatz in seiner Tasse finden.

Tricks zur Zubereitung: Experten 90 Grad empfehlen eine Wassertemperatur von maximal 90 Grad und eine Extraktionszeit von 4 Minuten.

In dem Espressokocher
“Espressokocher” ist in Italien “la moka” – die Mokkakanne. Und wie der Name verrät: sie macht keinen Espresso. Echten Espresso gibt es nur aus einer Siebträgermachine mit 9 Bar Druck. Heißt auch: wer ganz genau sein will kann auf die Art keinen Cappuccino oder Latte Macchiato zubereiten, weil für die braucht man Espresso. Nichtsdestotrotz ist die Moka eine wunderbare Methode einen leckeren (und starken) Kaffee zu Hause zu bereiten, und wird vermutlich von 99% der Italienern für ihren „Coffee at home“ verwendet, und die müssen es ja wissen, non e’ vero? Die Kanne ist handlich, es gibt sie in verschiedenen Größen – die Single-Kanne für eine kleine (Espresso) Tasse, bis zu der Großkanne mit 18 Tassen. Alles was du sonst noch brauchst ist eine Herdplatte. Easy.

In der Moka erwärmt sich das Wasser im unteren Teil der Kanne, und der Dampf drückt das Wasser dann durch den Kaffee in die Kanne.

Wir haben es also mit sehr heißem Wasser zu tun und einem sehr intensiven Kontakt von Kaffeepulver und Wasser. Dazu kommt traditioneller Weise ein relativ feiner Mahlgrad (das Kaffeepulver für diese Zubereitungsmethode ist feiner als für den Handfilter) und schwups: Ein Kaffee mit Wumms und Karacho. Wer einen nuancierten Kaffee sucht, ist mit dieser Methode falsch, denn selbst ein gröberes Kaffeepulver kommt nicht gegen den Effekt von Temperatur und Druck an.

Tricks zur Zubereitung: wenn der Kaffee zu lange der Hitze ausgesetzt ist, kann er verbrennen, also nicht volle Pulle auf den Herd, sondern bei mittlerer Hitze erwärmen und Herdplatte ausstellen, wenn der Kaffee schön raussprudelt.
Sonst noch wichtig: nicht höher als zum Ventil füllen, Kaffeepulver nicht fest andrücken (das macht man nur bei der Siebträgermaschine, bei der Moka führt es sonst dazu, dass das Wasser den Weg durch das Pulver nicht mehr findet).
Dann einmal umrühren vor dem Servieren, wenn du mehr als eine Tasse kochst, sonst ist der Kaffee in den Tassen unterschiedlich (denkt: Schichten in der Moka). Und: wascht eure Moka nicht. Den Fehler habe ich einmal gemacht, als ich gerade nach Italien gezogen bin. Der Freund meiner Mitbewohnerin hätte mich beinahe auf die Straße gesetzt, noch bevor meine Koffer richtig ausgepackt waren.

Wer jetzt richtig tief einsteigen will, dem sei der Blog Coffeeness von Arne Preuß empfohlen . Da findet ihr alle Informationen zu allen verschiedenen Zubereitungsarten die man sich so vorstellen kann, Geräte-Tests und mehr.

Und wer auf den Geschmack gekommen ist, hier sind my favorite things:

Trocken Brot? Smarte Tipps für die Resteküche

Foodwaste scheint das Thema des Jahres. Überall werden wir daran erinnert, dass wir in Deutschland jedes Jahr 11 Millionen Tonnen Lebensmittel wegschmeissen vom Feld zum Kühlschrank. Du und ich und deine Nachbarn: im Durchschnitt 83 kg Lebensmittel kauft jeder von uns ein und essen sie dann nicht. Das ist ein Problem und Lösungen drängen sich auf. Gefühlt gibt es alle paar Monate eine neue App, die es uns leicht machen will, Lebensmittel zu retten,  außerdem engagierte Foodsaver, die sich online organisieren, dumpster diver und und und… Aber irgendwie ist das schon wieder anstrengend. Und anstrengend ist nicht gut, denn oft bedeutet dass, das wir uns zurückziehen und damit nix mehr zu tun haben wollen. Wer will sich schon dauernd mit seiner Schuld an der Misere auseinandersetzen?

Mein Vorschlag: fangen wir doch jeder einfach ganz klein an und schärfen unser Bewusstsein einfach mal mit Brot! Dann klappt es auch bald mit dem Rest. Trockenes Brot kann nämlich ganz viel: Als Transportvehikel von kleingeschnittenen Tomaten herhalten (Bruschetta!), knuspriges Topping auf einem Salat (Croutons!), oder einfach zu Käse oder Aufschnitt (Crostini!). Oder Resteküche 2.0 wie Panzanella – toskanischer Brotsalat mit frischen Tomaten – oder ein feierlicher Bread Pudding. Der geht süß oder salzig, ganz nach Lust & Laune. Rezept siehe unten!

Wie also nun das Beste machen aus altem Brot? Unsere Tipps:

1.)  Wenn ihr merkt, dass das Brot altbacken wird und ihr es vermutlich nicht schnell genug essen könnt, einfach sofort schneiden und trocknen.

2.) Entweder in kleine Würfel für Croutons (die kann man dann auch toll mit etwas Salz bestreuen und getrockneten Kräutern, so machen sie einen super Snack), oder in dünne Scheiben für Crostini oder auch in größere Bissen für Rezepte wie Panzanella und Bread Pudding.

3.) Paniermehl ist ja der eigentliche Klassiker, um altes Brot zu verwerten, aber meistens verwendet man da ja nun doch nicht dauernd so viel davon. Kann man bei Bedarf schnell aus den größeren Brotresten zaubern. Von daher erstmal nicht vorbereiten.

4.) Lasst die zurechtgeschnitten Brotreste auf einem Backblech an der Luft stehen, bis sie ganz trocken sind, und tut sie dann zur Aufbewahrung in eine luftdicht verschlossene (!) Dose oder ein altes Einmachglas. Schimmelt nicht. Hält ewig. Denkt Zwieback oder Knäckebrot.

5.) Es gibt kein Brot, dass ihr da nicht reintun könnt. Selbst altbackene Bretzel. Actually, besonders altbackene Bretzel, denn die sind der Star in jedem süßen Bread Pudding.

„WAS IST DENN NUN MIT DIESEM BREAD PUDDING REZEPT?“. Ok, ok, hier isses: glorreiches, fluffiges Wunder, das altem Brot neues Leben einhaucht. In Fact, es ist so gut, ihr werdet versucht sein, euer Brot absichtlich vertrocknen zu lassen, nur damit ihr eine Ausrede habt für ein Bread Pudding zum Sonntagsbrunch.

Für 250 g trockenes Brot: 500ml Milch mit 4 Eiern und einer Prise Salz verrühren.  Brotstücken unterheben.

Wenn ihr einen süßen Bread Pudding machen wollt: ca. 75 g Zucker oder Honig einmischen, eine Handvoll Nüsse, Rosinen oder anderes Trockenobst, geraspelte Schokolade oder auch geschnetzeltes frisches Obst.  Gerne auch ein bisschen geriebene Zitronen- oder Orangenschale für einen extra Kick. Für Fans von Dekadenz empfehle ich Karamell-Sosse als Topping für den fertig gebackenen Bread Pudding.

In eine salzige  Version passen Käse, Speck, klein geschnittener Lauch, oder auch Broccoli oder Zucchini.

In eine gefettete Auflaufform oder Kastenform füllen und im vorgeheizten Backofen bei 170 Grad (Umluft) ca. 30-40 min. backen, bis die Masse auch in der Mitte fest geworden ist.

So lecker kann Resteküche sein!

Isst du noch oder gründest du schon? Gedanken über Food Start-ups

„Trotz Crowdsourcing in die Insolvenz“ titelte eine der online Gründerzeitschriften am Dienstag, als die Insolvenz des Food Start-ups BBque bekannt wurde. Ein Gründerteam mehr, dessen Traum auf den harten Tatsachen des Lebensmittelhandels zerschellte. BBque hatte die Vision, ihre bayrische Heimat und die Kultur von BBQ-Soßen zu verbinden. In Rezepten, und auch bei der Auswahl von Zutaten. Das scheint auch gut gelungen, zumindest waren sie seit ihrer Gründung 2015 recht erfolgreich unterwegs, verkauften ihre Soßen im klassischen Lebensmittelhandel, brachten neue Produkte wie Rubs auf den Markt und gewannen sogar zumindest einen strategisch sehr wertvollen Investor, nämlich Develey. Das ist einer der führenden Produzenten von allem was auf deutschen und europäischen Tellern so in Sachen Soßen, Senf etc unterwegs ist. So eine Partnerschaft in einem frühen Stadium ist Gold wert, denn mit einem solchen Investor kommt nicht nur Geld in die Kasse, sondern Know-how, Produktionskapazitäten und – last but not least – Vertriebskontakte.

In positiven Emotionen baden
Nun also die Insolvenz, „trotz Crowd“. Vielleicht lehrt uns das ja was. Zum einen, dass Crowdinvesting immer noch ein Risikoinvestment ist, nicht jeder Konsument weiss, wie man ein Investment bewertet, und dass Food vielleicht das härteste Business ist, das man sich aussuchen kann, egal wie sexy schick designte Flaschen auf Instagram daherkommen mögen. Es ist ein Business mit geringen Margen, egal wohin man guckt, und einem Wettbewerb, der seinesgleichen sucht. Es ist ein Business, das unglaublich viel Spass macht, weil die meisten Menschen positive Emotionen haben bei allem rund um die Themen Essen und Trinken, und als Gründer sind das mitreissende Emotionen. Sie geben einem Kraft und lassen einen weiterschwimmen gegen den Strom. Bis einem dann irgendwann die Kraft ausgeht. So wie BBque jetzt. Oder auch mir vor einigen Jahren. Ich hatte meine Foodmarke in den USA gegründet. Wir stellten Pickles, Ketchup, Relishes, Hot Sauces und Marmeladen her aus alten Sorten her, sogenannten Heirlooms. Die Idee: Massenprodukte, die mit schlechter Rohware hergestellt werden, brauchen viele Additive und Geschmacksverstärker. Wenn man nun alte Sorten von Obst und Gemüse nimmt, anstatt geschmacklose Züchtungen, die von der industriellen Landwirtschaft heimgesucht wurden, hat man bessere und gesündere Produkte. Und rettet nebenher ein bisschen die Welt, denn diese alten Sorten sind häufig vom Aussterben bedroht, so wie unsere Flagship-Gemüsesorte: Die Beaver Dam Pepper. (Oben im Bild: die Produktionslinie für unsere Pickles.) Das klingt jetzt nicht mehr ganz so neu, war 2010 aber ein ziemlich revolutionäres Konzept für den breiten Lebensmittelhandel.

Und dann ist er da: der Wettbewerb
Und auch wir hatten viele tolle Erfolge: nationale Listings, Liebesbriefe von glücklichen Kunden, positive Presse, steigende Umsätze… aber auch irgendwann immer mehr Wettbewerb. Von anderen kleinen Food Start-Ups, und von etablierten Unternehmen, die schneller auf neue Trends aufspringen können, als ein Food Start-Up ohne Millionen unter dem Gürtel Barrieren aufbauen kann gegen Wettbewerber. Die schon Vertrieb haben und einen Platz im Regal und im Zweifel das notwendige Kleingeld, sich einen neuen Regalplatz dazu zu kaufen. Oder die Händler machen es gleich selber, denn wo es vor zehn Jahren eine Handelsmarke gab im Supermarkt, unten im Regal für die Basislebensmittel, hat jetzt jeder Händler ein ausdifferenziertes Konzert von Eigenmarken im Regal. Etablierte Lebensmittelproduzenten wachsen irgendwie auch alle in die gleichen Segmente – so hat jeder Senfhersteller in den letzten zwei Jahren seine eigenen BBQ Sossen auf den Markt gebracht. Weil, war ja ein Trend, das mit dem BBQ. Tja. Was soll man da sagen?

Wenn man eine gute Idee für ein Food Start-up hat, dann soll man machen, immer noch. Mit Leidenschaft und Schnauze. Man muss die Balance finden aus „wirklich neu“, damit man in Schwung kommt, bevor die Nachahmer da sind, und „nicht zu neu“, damit man schnell viele potentielle Kunden erreicht. Nur dem Packaging ein Hipster Design überstülpen reicht auf Dauer nicht. Man muss sich mit den Regeln auseinandersetzen, mit den Konditionen des Markts und dann starten, wenn im Business Plan eine Perspektive erkennbar ist.

Aber ich widerspreche ganz entschlossen Thesen, dass die Welt unbedingt neue Food Start-ups will und braucht, weil Konsumenten Emotionen und Geschichten wollen, und nur Food Start-ups dieses Begehren bedienen können. Nein, lieber Frank Thelen, dass stimmt so nicht (und wenn ich dich jetzt falsch zitiere, bitte ich um Entschuldigung, wurde mir so von einem deiner Vorträge berichtet). Die „Die Höhle der Löwen“ Erfolgsgeschichten haben in großem Maße mit der Bühne zu tun, auf der sie gelauncht werden, und den wenigsten Food Start-ups steht diese Bühne zur Verfügung. Ja, Konsumenten mögen Emotionen und Geschichten, aber sie sind auch ihrem Geldbeutel verbunden. Und die, die Emotionen und Geschichten über alles stellen, die vierteilen sich, um ihre Liebe allen verfügbaren Food Start-ups zu geben – so kommt dann keiner über die kritische Hürde, um ein nachhaltiges Business aufzubauen.

Also, Fazit: Liebe ja, aber nicht zu viel. Lieber harte Zahlen!

P.S. Interessierte Food Start-Ups mit Fragen zum Business können mich erreichen unter lee (at) foodunplugged (dot) de

Tomaten – Drei einfache Gerichte mit Wow-Effekt

Wer in diesen Monaten über den Wochenmarkt schlendert, kann sie in ihrer ganzen Pracht bewundern: sonnenreife Tomaten. Tomaten, die beim Reinbeißen erst mit einer leichten Säure den Gaumen kitzeln und einen dann mit ihrem Geschmack in den Urlaub schicken. Kleine Cocktail- oder Rispentomaten in gelb, orange und feuerrot leuchten um die Wette mit knubbeligen Fleischtomaten in allen Farben des Regenbogens.

Und weil diese saisonalen Tomaten endlich richtig schmecken, braucht es kein Hexenwerk in der Küche. Hier meine Favoriten für die schnelle Tomatenküche im Sommer:

BLT – Der Sandwich-Klassiker aus Amerika. Kaum sind in den USA die ersten „homegrown tomatoes“ zu haben, füllen sich Instagram-Feeds und auch die Menükarten der schicken Restaurants mit diesem Sandwich: Bacon, Lettuce & Tomato. Kurz: BLT. Dafür werden knuspriger Bacon, knackige Salatblätter und eine dicke Scheibe Fleischtomate mit etwas Mayonnaise und schwarzem Pfeffer zwischen zwei geröstete Brotscheiben platziert. Geht kaum einfacher, aber es braucht auch wirklich nicht mehr. Einzige Bedingung: Es müssen halt richtig reife Sommertomaten sein. Mit den üblichen geschmacksneutralen Wasserbomben kommt ihr bei diesem Rezept nicht weit.

Panzanella – Auch hier vereinigen sich Brot und Tomate zu etwas Glorreichem. Aus der Toskana kommt dieser Brotsalat, der ursprünglich nichts Anderes war als ein Resteessen der armen Landbevölkerung, denn hier wurde altbackenes Brot verwendet. Wer keines daheim hat, der kann auch ganz einfach frisches Weißbrot im Ofen trocknen. Für den Salat einfach 3-4 bunte Fleischtomaten in großzügige Bissen schneiden und mit Olivenöl, Salz und eine, in dünne Ringe geschnittene, Zwiebeln mischen (idealerweise rote Zwiebeln, denn die sind süßer). Gut durchziehen lassen – mindestens 60 Minuten, aber gerne auch länger. Kurz vor dem Servieren mundgerechte Stücke von trockenem Brot untermischen, sowie eine Handvoll von frischem Basilikum. Mit Olivenöl, Salz, Pfeffer und ggf. etwas Essig abschmecken. Reste lassen sich wunderbar aufheben für den nächsten Tag. Wichtig: das Auge isst mit, drum gilt hier: Je bunter die Tomaten, desto mehr Wow-Effekt!
PS: Es gibt viele leckere Rezepte mit altem Brot, demnächst hier mehr zum Thema. Aber fangt einfach schon mal an, altes Brot nicht wegzuwerfen, sondern zu trocknen und aufzubewahren.

Gazpacho – Die klassische kalte Tomatensuppe aus Andalusien. Sie wird neuerdings auch gerne mit Wassermelone verfeinert. Auch dieses Rezept lebt von dem tollen Geschmack der Tomaten und eigentlich ganz flink zubereitet. Die Tomaten am besten schälen – bei alten Sorten ist die Haut meistens weniger dick als bei den neuen Tomaten-Züchtungen, das heißt ihr könnt sie bei reifen Fleischtomaten einfach mit einem Messer abziehen. Wenn das nicht klappt, oben einschneiden, mit heißem Wasser übergießen und ein paar Minuten warten. Dann abschrecken und spätestens dann lässt sich die Haut der Tomate abziehen.
4 Fleischtomaten klein schneiden und mit einer Knoblauchzehe, einer kleinen Zwiebel (idealerweise rot – s.o. weil süßer), einer Handvoll Basilikum durch den Mixer jagen (oder mit dem Pürierstab zerkleinern). Mit Olivenöl, (Rotwein-)Essig, Salz und Pfeffer abschmecken. Je nach Gusto macht sich etwas Chili auch sehr gut darin oder eine halbe frische Gurke. Die aber am besten fein gewürfelt dazu tun, für etwas Crunch im Löffel (ihr wisst schon: der perfekte Bissen braucht Kontraste!)
Für die Wassermelonen-Version einfach eine ordentliche Scheibe reife Wassermelone (ca. 300 Gramm) mit durch den Blender ziehen. Aber Vorsicht: ruiniert nicht tolle Tomaten mit zweifelhafter Wassermelone. Die Melone sollte wirklich süß und voller Geschmack sein, sonst lieber nur Tomaten.

Pimp dein Basilikum – 3 einfache Tipps

Sommerzeit! Sonnengereifte Tomaten rufen sanft nach frischem Basilikum, und wäre eine leckerer Pasta-Salat mit selbstgemachter Pesto jetzt nicht ein Traum? Also beim nächsten Besuch im Supermarkt einen Topf Basilikum gekauft. Und dann… Im Supermarkt sieht der Topf mit dem Basilikum schmackhaft grün aus, aber zu Hause lässt er nach kurzer Zeit die Blätter hängen und schaut nur noch unglücklich drein. Das muss nicht sein!

  • Wasser in Maßen. Basilikum mag es nicht zu nass. Daher nicht direkt von oben gießen, sondern Wasser immer in den Untersetzer geben.
  • Blüten vermeiden. Sobald das Basilikum Ansätze von Blüten bildet, sofort abknipsen. Sonst konzentriert die Pflanze ihre ganze Kraft in die Blüten. Das beeinträchtigt den Geschmack der Blätter.
  • Nur Blätter ernten, keine Stängel. Wenn du dein Basilikum ganz genau anguckst, siehst du, dass viele kleine Triebe für neue Blätter entlang des Stängels wachsen. Meist direkt über den großen Blättern. Wer statt des Stängels nur die großen Blätter erntet, freut sich bald über einen schönen buschigen Basilikum!

Diese Tipps gelten übrigens für die meisten Küchenkräuter. Es braucht also gar kein extensives Gartenwissen oder den sprichwörtlichen grünen Daumen, um in der Küche oder auf dem Balkon frischen Basilikum sprießen zu lassen.

Wenn ihr dann auf den Geschmack gekommen seid, empfehle ich nächstes Jahr einfach mal mit Saatgut zu starten. Im Februar in der Wohnung auf einem sonnigen Fensterbrett anzüchten und dann im April/Mai (spätestens nach den Eisheiligen) raus auf Balkon oder Fensterbrett! Meine Lieblingssorte ist das großblättrige Basilikum von Bingenheimer Saatgut. Das kommt in bio und gedeiht immer wunderbar.

Ihr könnt es direkt bei Bingenheimer Saatgut bestellen, oder auch bei Amazon:

15 Minuten Rhabarber Rezept

Rhabarber und Holunderblüten waren früher alles andere als hip, heutzutage sind sie dank Rhabarberschorle und Hugo in aller Munde. Finde ich toll, denn diese beiden Früchte sind traditionell tief in der deutschen Esskultur verankert und wachsen wunderbar in unserem Klima. Wobei Holunder ja gar nicht kultiviert werden muss – er wächst einfach so in der Gegend rum und bietet sich eifrigen Wegesrandpflückern kostenlos an.

Beide gehören für mich zu Frühling wie der Osterhase, und auf meinen langen Auslandstouren musste ich mit Erschrecken feststellen, dass sowohl Holunder als auch Rhabarber außerhalb Deutschlands alles andere als verbreitet sind. Beispiel Italien: ich war schon ein paar Jahre im Toskanischen Exil, als mir ein Landwirt im Ort erzähle, dass er Rhabarber anbaue. Worauf ich hellauf begeistert fünf Kilo bestellte, denn ich hatte bis dahin noch keine der grün-roten Stangen im Obstgeschäft gesehen. Das Glück über meinen ersten Rhabarber nach langer Durststrecke wich einem gewaltigen Schrecken, als ich den Kassenzettel präsentiert bekam: 40 Eur stand da. So lernte ich also über die medizinischen Wirkstoffe des Chinesischen Rhabarbers, denn wegen dieser wurde er von meinem Bekannten überhaupt angebaut. Entsprechend gering das Angebot und hoch der Preis. Als ich dann nach Chicago zog wendete sich das Blatt: Rhabarber in Hülle und Fülle. Rhabarber Pie ist ein Kuchenklassiker in den USA, weshalb Rhabarber auch einfach nur als „pie Plant“ (Kuchenpflanze) bekannt ist. Dafür war Holunder die rare Delikatesse. Aber eigentlich doch schön, wenn nicht immer alles überall zu haben ist, und man bestimmte Orte noch mit speziellen Geschmäckern und Gerüchen verbinden kann!

Lange Rede, kurzer Sinn: ich freue mich wie ein Schneekönig darüber wieder in Deutschland zu sein und tauche jeden Samstag wieder in einen Pott von selbstgekochtem Rhabarberkompott. Rhabarberrezepte gibt es viele: kann man ihn toll mit Erdbeeren mixen, oder auch mit Banane. Aber mein bestes Rezept für Rhabarber vereint den fruchtig-säuerlichen Rhabarber mit dem Aroma der floral-süßen Holunderblüten. Wer jetzt denkt „Holunderblüten hab ich ja gar keine“ – trotzdem weiterlesen und einfach etwas mehr Zucker nehmen, oder 300 g Erdbeeren mit ins Rhabarberkompott geben!

Zutaten
1 kg Rhabarber
6 Dolden Holunderblüten
200 ml Wasser
Zucker nach Geschmack

Zubereitung: (1) Rhabarber waschen und NICHT schälen, sondern nur bei Bedarf die Enden abschneiden, (2) in 4 cm lange Stücke schneiden, (3) mit Wasser auf den Herd stellen und aufkochen lassen, (4) Temperatur reduzieren und leicht köcheln lassen, bis die Stücke zerfallen sind, ca. 10 Minuten, (5) Stengel der Holunderblüten entfernen, (6) abkühlen lassen und dann im Kühlschrank aufbewahren. Das Rhabarberkompott hält sich mindestens zwei Wochen.

Mein Tipp: Rhabarber zubereiten am besten mit wenig Zucker, denn nachsüßen kann man immer. Zum Beispiel passt die Rhabarber-Holunderblüten-Kombi auch super als Beilage zu gegrilltem Lamm. Ich genieße es auch gerne morgens auf meinem warmen Haferbrei, oder Porridge, wie man neudeutsch heutzutage sagt.

Was du in Marrakesch essen musst

Marrakesch mit seinem schmackhaften Street Food, farbenfrohen Gewürzen und tollen Geschmackskombinationen lässt das Foodie-Herz höher schlagen. Seit eine Freundin mir vor ein paar Jahren das Kochbuch von Paula Wolfert geschenkt hatte, stand bei mir eine Pilgerreise ins Mutterland von Ras El Hanout (einer wunderbaren Gewürzmischung) und Hühnchen-Bastilla auf der Wunschliste.

Und die kulinarische Reise nach Marrakesch war wahrhaftig ein Traum! Über fünf Tage schlemmten Carmen Hillebrand vom Foodblog Tanz auf der Tomate und ich uns durch Marokkos alte Kaiserstadt. Traditionelle Linsensuppe zum Frühstück in einem der kleinen Stände am Straßenrand. Geröstetes Lamm aus dem Erdofen. Orangen frisch vom Baum…

Wer eine Foodtour nach Marrakesch plant sollte vor allem spontan sein und sich treiben lassen. Euch lacht am Wegesrand etwas an? Reinbeißen! Im historischen Marktlabyrinth stolpert ihr über einen kleinen Stand mit drei Tischen und frisch gemachter Tangine? Hinsetzen und genießen! Und am besten sofort und ohne Umschweife, denn es ist durchaus möglich, dass der Stand am Rückweg nicht mehr da ist. Das ist uns mehrmals passiert: wo eine ältere Frau in der Früh noch traditionelle Teigfladen buk, standen zu Mittag plötzlich drei junge Herren und grillten Fleischspieße. Eigentlich ja eine tolle Sache, wenn sich mehrerer Anbieter einen Stand im Turnus teilen. Aber daher gilt eben auch: Was du heute kannst besorgen, ahem, essen, das verschiebe nicht auf morgen!

Street Food Leckereien, die ihr bei einer Marokko Reise unbedingt probieren solltet:

Sfenji: Fluffig und nicht zu süßes Brandteiggebäck. Marokkanische Donuts. Ein leckerer Snack auf die Hand, den es auch als Portion von Minis gibt. Der Donut wird dann mit Zucker bestreut. Ich persönlich mochte die Minis – bieten sie doch proportional mehr kross fritierte Außenhülle. Und fritierter Teig ist immer gut.

Sfenji – Marokkanische Donuts

Harcha: Kleine runde Weizenbrote, die teilweise auch mit Maismehl hergestellt werden. Man findet sie auch gefüllt mit Fleisch.

Msemmen: Irgendwie ein Crepe, irgendwie aber doch eher ein Filo-Teig. Der Teig wird gezogen, bis er ganz dünn ist, dann gefaltet und schlussendlich auf einer Grillplatte mit Hilfe von etwas Fett gebacken. Ein toller Snack!

Shawarma: An jeder Straßenecke werden verschiedene Fleischstücke über Kohle gegrillt und dann mit Schwung auf einem Stück Papier serviert. Auch Sardinen frisch vom Grill findet man häufig.

Shawarma am Markt

Mechoui: Für Mechoui wird das ganze Lamm wird in einem Erdloch oder Lehmofen über lange Zeit gegart und mit kleinen Schälchen mit Salz und Kreuzkümmel serviert, so dass ihr das Fleisch ganz nach eurem Geschmack würzen könnt. Das obligatorische Brot dient natürlich auch hier dazu, die Köstlichkeit in den Mund zu bekommen . Einfach reinhauen, denn es schmeckt großartig. Die Stände lassen sich leicht erkennen, an den ausgestellten Tontöpfen und Lammköpfen

Tanjia: Langsam geschmortes Lammfleisch, das in Tontöpfen gegart wird, unter Zugabe von in Salz eingelegten Zitronen, Knoblauch, Kreuzkümmel und Safran. Tanija ist eine Spezialität von Marrakesch. Wenn ihr also die besagten Tontöpfe ausgestellt seht an einem kleinen Restaurant oder Garküche – anhalten und bestellen!

Tanjia wird in Tontöpfen gegart

Harira: Eine aromatische Suppe aus Linsen und Kichererbsen. Man findet sie meist nur bis 11 Uhr, denn sie wird typischerweise zum Frühstück gegessen. Voller Proteinen ein toller Start in den Tag! Wir haben unserer Harira (endlich!) auf den letzten Drücker gegessen, an unserem letzten Tag, kurz bevor der Shuttle zum Flughafen ging. Ein schöner letzter Eindruck, denn der Besitzer des kleinen Stands freute sich sichtlich, dass wir so viel Spaß an seiner Suppe hatten. Obwohl, wie wir dann lernten, wurde sie ja eigentlich von seiner Frau zubereitet, nach altem Familienrezept.

Marokkanischer Tee: Irgendwie weiß man, dass in der arabischen Welt süßer Minztee in wunderschön-kitschigen Teegläsern gereicht wird. Aber für mich total neu und spannend war zu lernen, dass der Tee erstmal nicht nur Minze ist, sondern die Basis Grüntee ist. Und das Minze nur eines von vielen aromatischen Kräutern ist, die mit dem grünen Tee aufgebrüht werden. Die lange Liste umfasst zum Beispiel auch Salbei, Thymian und Absinth. Je kälter die Jahreszeit, desto mehr Kräuter im Tee. Und so schmeckt der Tee – der obligatorisch selbst in jedem Street Food Stand gereicht wird – immer anders. Spannend!

Um die eigenen Street Food Entdeckungen zu ergänzen – uns sollte ja keine Erfahrung des kulinarischen Marokkos entgehen – hatten wir eine Markttour auf dem Land und einen Kochkurs in Marrakesch gebucht.

Was soll ich sagen: die Markttour mit Marrakech Food Tours war der Knaller. Das absolute Highlight des Trips. Nach einem tollen typischen Frühstück (Fladenbrot mit einer Auswahl von Butter, Honig, Arganöl, Olivenöl und Amlou – einer Creme aus Mandeln, Honig und Arganöl-, sowie ein Omelette mit getrocknetem Hammelfleisch) ging es in eine kleine Ortschaft vor Marrakech. Dort findet jeden Samstag ein Wochenmarkt statt, bei dem es von Vieh zu Obst und Gemüse zu Kamelfleisch zu Olivenöl alles gibt. Spannend vor allem: die Garküchen, die gar keine eigenen Gerichte verkaufen, sondern sich darauf spezialisiert haben, die Einkäufe der Besucher frisch zuzubereiten. Du kaufst also dein Fleisch bei den netten Metzgern und der Besitzer der Garküche hat für dich Spieße, ein Feuer, einen Tisch und Stühle – und ein Glas Tee. Selbst Tangines kann man mieten, und dort vor Ort zubereiten lassen aus den frisch gekauften Zutaten: Gemüse, Fisch, Fleisch und natürlich Gewürze. Ein großer Spaß und sehr lecker! Die Rural Market Tour also unbedingt einplanen bei einem Besuch in Marrakech. Amanda, die mit ihrem Mann Youssuf Marrakech Food Tours leitet, bloggt übrigens auch viele spannende Einblicke in das Leben in Marokko als MarocMama.

Markt der Metzger mit dem Rauch der Garküchen im Hintergrund

Unser Kochkurs mit Souk Cusine war nett, aber ganz klar nichts für jemanden, der tiefer in die marokkanische Küche einsteigen will. Der Kurs begann mit einer Einkaufstour durch die Märkte der historischen Medina – lustig vor allem, weil wir selber die Einkäufe tätigen sollten und die Verhandlungen mit Händen, Füßen und Brocken von Schulfranzösisch geführt wurden. Mit den Einkäufen ging es dann in ein ganz bezauberndes altes Riad, das nun als Kochschule dient. Dort wurden wir von drei marokkanischen Mamas unter die Fittiche genommen und angeleitet zwölf verschiedenen Gerichte für das gemeinsame Mittagessen zu kochen. Ein besonderer Moment war der gemeinsame Gang zum Bäcker der Viertels, um dort die vorbereiteten Bleche von Sardinen und Kekse abzugeben, wo sie für uns in einem riesigen Ofen zubereitet wurden. Da die Wohnungen oft keine adäquaten Öfen haben, bringen die Familien alles hierhin zum zentralen Backen. Beim Brot angefangen.

Marokkanische Salate

Leider erfüllte der Kurs dann aber doch nicht meine – zugegeben hohen – Erwartungen : die Gruppe war 17 Leute stark, so dass jeder von uns gerade mal Einblick in ein Rezept gewinnen konnte, und das auch nicht komplett. Auch gab es keine Erklärungen zur Herkunft von Zutaten oder den Geschichten hinter den Rezepten. Dabei sind gerade das die Informationen, die einem die Küche und deren Kultur näher bringt. Zwiebeln schneiden und Rezepten folgen konnte ich ja nun schon vor diesem Kurs. Wer nicht viel kocht, mit einer größeren Gruppe unterwegs ist und einfach gemeinsam kochen will, wird hier perfekt aufgehoben sein. Für jemanden, der mehr über Hintergründe lernen will und tatsächlich verschiedene Rezepte zubereiten, dem empfehle ich einen Kurs in einer Kleingruppe.

Das ist doch noch ein Grund, Marokko bald wieder zu besuchen!

Und wer jetzt Hunger auf Marokko bekommen hat, dem empfehle ich das Kochbuch von Paula Wolfert. Erhältlich hier bei Amazon (auf Englisch).

3 Tricks für den perfekten Bissen

Das hab ich nun davon, dass ich so lange in den USA gelebt habe – dann habe ich auf einmal einen englischen Ausdruck im Kopf und er ist perfekt und die deutsche Übersetzung lässt sich partout nicht finden. So wie „the perfect bite“. Der perfekte Bissen halt. Wenn du die Gabel zum Mund führst und dann die Augen aufreisst, weil dich der Geschmack in einer perfekten Welle überrollt.

Ich finde: das Leben ist zu kurz für schlechtes Essen. Jede Gabel voll sollte Spaß machen und Lust auf die nächste. Zum Glück ist das mit dem perfekten Bissen gar keine so komplizierte Sache. Ihr wollt eure Geschmacksnerven kitzeln mit allem, was geht, und das am besten gleichzeitig:

1) Alle Geschmacksrichtungen: Eine Note süß, etwas sauer, eine Prise salzig, eine Hauch von bitter, eine Messerspitze scharf – und wenn möglich das berühmte Umami. Dabei müsst ihr jetzt nicht unbedingt Zucker oder Honig über alles träufeln, aber überlegt, ob ihr eine Zutat in eurem Rezept hat, das Süße liefert. Das kann zum Beispiel etwas Obst sein (aktuell: Erdbeeren im Spargelsalat) oder auch Rosinen . Gleiches gilt für Sauer: der Essig kann im Zweifel im Regal bleiben, wenn ihr eine Zutat mit etwas Säure in das Rezept integriert. Das kann auch hier wieder Obst sein, aber auch sauer eingelegte Antipasti können den gewissen Kick geben. Umami ist ein herzhaft-würziger Geschmack, den ihr zum Beispiel in Pilzen findet, aber auch in Kapern oder Sardellen.

2) Alle Temperaturen: sowohl warme und kalte Zutaten sollten in eurem Rezept zu Geltung kommen. Der Gegensatz der Temperaturen weckt eure Geschmacksnerven auf und spielt mit den Sinnen. Die Joghurtsauce auf dem Döner – hat genau den Effekt. Also spielt mit kalten Saucen (auch immer gut: eine grüne Soße aus Kräutern, abgeschmeckt mit Zitronenschale und Olivenöl), oder lasst das ein oder andere Obst und Gemüseelement einfach roh.

3) Alle Texturen: Rohes Gemüse oder Joghurtsauce haben noch einen zweiten super Effekt auf euer Rezept: sie liefern Textur. Das eine ist knackig, das andere cremig. Auch hier gilt: Gegensätze ziehen sich an. Mit einer Handvoll Nüssen oder Samen wie Mohn und Sesam kann man viele Rezepte ganz einfach aufpeppen.

Mein Tipp: einfach mal ausprobieren. Stresst euch jetzt bitte nicht in den nächsten Supermarkt, um Nüsse, Sardellen und eine Batterie Honig zu kaufen. Aber das nächste Mal, wenn ihr in der Küche steht – und wenn ihr euch nur Brot macht – versucht das eine oder andere in eure Komposition zu integrieren.